Artikel-Schlagworte: „Aphorismus“

Neue Lesefrüchte

27.09.2013 sm

Was liebst du an anderen? - Meine Hoffnungen.

aus: Friedrich Nietzsche – Die fröhliche Wissenschaft. Drittes Buch 272; in: Friedrich Nietzsche – Werke II, hrsg. von Karl Schlechta, München 1955 (Carl Hanser Verlag), S. 159


Nonsinn ist wieder da: Eine erste Zusammenkunft von IFALUG – Institut für angewandte Lebensfreude und Gebrauchszynismus (Schelmuffsky, Dr. Rainer Mumpitz, Carlo Pesetas, Dr. Sigurd Martin)

25.09.2013 sm

Schelmuffsky: Wenn ich das richtig sehe, versammeln wir uns heute zum ersten Mal seit beinahe zwei Jahren. Zunächst einmal herzlich willkommen. Es ist toll, dass das gesamte Institut sich nach so langer Zeit wieder gefunden hat.
Dr. Rainer Mumpitz: Jau, ey! Und ich hoffe natürlich, dass wir gleich zur Sache kommen, also z. B. …
Schelmuffsky: Nicht so schnell. Oder doch: Ein dreifach Hoch auf die Fünfprozenthürde, die segensreiche. Das hatte ja zum Schluss doch etwas leicht Widerwärtiges, wie dieser Politgreis, wie hieß er doch gleich?, beim FDP-Parteitag nur noch die reine Inhaltsleere rausrülpste und dann auch noch anfing, um Zweitstimmen zu betteln.
Dr. Rainer Mumpitz: Es gab ja noch so viele andere segensreiche Ereignisse. Wir waren Papst zum Beispiel. Wer hätte damals gedacht (Sie erinnern sich an unser legendäres Interview mit Gott!!, übrigens später von der „Zeit“ sehr schlecht abgekupfert), dass auch der Papst zurücktreten könnte. Bravo.
Schelmuffsky: Womit wollen wir uns eigentlich in nächster Zeit beschäftigen, wenn die FDP, der Guido, der Papst und noch so viele andere weg vom Fenster sind.
Dr. Rainer Mumpitz: Uns wird schon was einfallen. Es gibt ja auch ständig was zu beobachten. Haben Sie z. B. schon die neue C&A-Werbung zur Kenntnis genommen? Wo die Männer den Frauen am Bauch hängen und nur noch als Ballast hinterhergeschleift werden, während die Frauen telefonieren, sich gegenseitig kurz zunicken, die Preisschilder immer auf den Plakaten im Hintergrund. Und wie dämlich die Männer darob lächeln, dass sie endlich abserviert, wenngleich aber noch nicht ganz abgeschüttelt sind.
Schelmuffsky: Genau. Warum schweigen Sie eigentlich die ganze Zeit, Herr Dr. Martin? Langweilen wir Sie?
Dr. Martin: Nein überhaupt nicht. Ich freue mich ungemein, um nicht zu sagen: ganz besonders, dass wir wieder zusammen sind.
Schelmuffsky: Und? Gibt’s was Neues?
Dr. Martin: Ich gebe mal einen Aphorismus Marke Eigenbau zum Besten, der mich in den letzten zwei Jahren u. a. beschäftigt hat. Tatataaaaa und Tusch: „Wie sehr einem Nichts fehlt, merkt man erst, wenn man was hat.“
Schelmuffsky: Das klingt zunächst mal irgendwie oder auch interessant. Darauf kommen wir bestimmt noch öfter zurück.
Dr. Martin: Das will ich aber doch sehr hoffen. Ich bin, aber davon später, bis ins hinterste Tibet gereist, aber es hat sich gelohnt. Also: Ein so reines Nichts gibt’s hier in Europa gar nicht, ja, wahrscheinlich nirgends auf der Welt als a.a.O. Ich bin jetzt der Exklusivimporteur. Demnächst hier im Shop.
Dr. Rainer Mumpitz: Vielleicht darf ich mal ein wenig Nichts analysieren. Das könnte der Stoff sein, aus dem die Träume sind.
Schelmuffsky: Das ist doch für heute ein Schlusswort. Und jetzt den Sekt entkorkt und noch einmal ein dreifach Hoch auf das Ende der FDP.
Dr. Martin: Oder auch: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Haben Sie’s gesehen? Na sehen Sie.


Aphorismus der Woche

03.07.2011 sm

“Wir Deutsche sind im Ertragen von Langeweile ungemein stark und äußerst abgehärtet gegen Humorlosigkeit.”

Bertolt Brecht, Weniger Gips


Aphorismus der Woche

01.07.2011 sm

“Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit.”

Ödön von Horváth, Geschichten aus dem Wienerwald. Motto


Aphorismus der Woche

06.05.2011 sm

Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.
Georg Christoph Lichtenberg


Aphorismus der Woche

11.02.2011 sm

“Toleranz ist eine Geisteshaltung, die die anderen erreichen müssen, damit sie endlich so denken wie ich.”

Erwin Pelzig (d. i. Frank-Markus Barwasser)


Aphorismus der Woche

26.01.2011 sm

Die schlechtesten Leser. – Die schlechtesten Leser sind die, welche wie plündernde Soldaten verfahren: sie nehmen sich Einiges, was sie brauchen können, beschmutzen und verwirren das Übrige und lästern auf das Ganze.

Friedrich Nietzsche


Aphorismus der Woche

18.01.2011 sm

Der Mensch liebt es, nur sein Unglück zu beachten, sein Glück aber zu übersehen. Würde er aber richtig sehen, so würde er erkennen, daß ihm beides beschert ist.

aus: Fjodor Dostojewskij – Aufzeichnungen aus dem Kellerloch Zweiter Teil: Bei nassem Schnee, übersetzt von Swetlana Geier, Frankfurt a. M. 2008 (Fischer Klassik), S. 104


Der Nonsinn-Adventskalender

19.12.2010 sm

Das Fensterchen zum 20. Dezember:

Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst: den rechten Augenblick nützen ist alles.

Arthur Schnitzler – Kleine Sprüche Nr. 23


Der Nonsinn-Adventskalender

17.12.2010 sm

Das Fensterchen zum 18. Dezember:

Das Nichtverstehen kommt meistens gar nicht vom Mangel an Verstande, sondern vom Mangel an Sinn.
Friedrich Schlegel