Archiv für die Kategorie „Der IFALUG-Börsenticker“

Schelmuffsky im Gespräch mit Carlo Pesetas über die Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank.

03.02.2011 sm

Schelmuffsky: Herr Pesetas, waren Sie bei der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank dabei?

Carlo Pesetas: Nein, ich habe nur den Bericht in „Wirtschaft am Mittag“ im Deutschlandfunk gehört.

Schelmuffsky: Und, gibt es Neuigkeiten?

Carlo Pesetas: Ich habe nur so beiläufig zugehört. Im Prinzip alles beim Alten: Die Kosten der Finanzkrise werden vergesellschaftet, die Milliardengewinne eingestrichen. Der Bericht plätscherte so dahin, und da sagt Josef Ackermann plötzlich doch tatsächlich Folgendes: „Ganz klar! Die Botschaft für uns alle ist: execution!“ Das hat mich dann doch erstaunt, dass der Chef der Deutschen Bank plötzlich in den Jargon der Roten Armee Fraktion verfällt. Banker haben in den letzten Jahren Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschen ruiniert, das ist eh klar. Aber Exekution? Ich bin ja ganz gegen die Todesstrafe. Und irgendwelche Appelle, die falsch verstanden werden könnten: Das ist natürlich sehr heikel.

Schelmuffsky: Was dann?

Carlo Pesetas: Ackermann peilt für dieses Jahr einen Gewinn von zehn Milliarden an und fügt auch gleich hinzu, dass dieses Gewinnvolumen das „new normal“ für die nächsten Jahre werden soll, also jedes Jahr Gewinne in dieser Größenordnung. Da liegt es doch nahe zu sagen: Prima, da kann der Staat ja doch auch ein bisschen mehr abschöpfen.

Schelmuffsky: In der Tat. Herr Pesetas, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Bericht von der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank in “Wirtschaft am Mittag”, Deutschlandfunk, 3. Februar 2011


Der IFALUG-Börsenticker: Bobby-Car kauft Porsche

18.05.2009 sm

Zuerst wollte Porsche Volkswagen übernehmen, dann wollten beide Konzerne fusionieren. Wie wir wissen, ist auch dieser Plan an unüberbrückbaren Dissonanzen der Vorstände gescheitert.

Jetzt ist aus gut informierten Kreisen die Information an IFALUG lanciert worden: Bobby-Car plant die Übernahme von Porsche. Ob dies ökonomisch Sinn macht, darüber sprachen wir mit unserem Börsenexperten Carlo Pesetas:

IFALUG: Wie bewerten Sie die Pläne von Bobby-Car, Porsche zu übernehmen?

CP: Ehrlich gesagt, bin ich wenig überrascht. Bobby-Car ist mit einer Produktion von bislang über 16 Millionen Fahrzeugen ein ernst zu nehmender Autohersteller, der bislang vor allem das Kleinwagensegment bedient. Zwar ist Bobby-Car wie Porsche schon lange im Rennsport unterwegs, aber der Marke mangelt es eindeutig an Prestige. Die Fahrer von Bobby-Cars träumen, wenn Sie ihm entwachsen, mit Sicherheit davon, einmal einen Porsche fahren zu können. Diese Träume würden jetzt von selben Konzern bedient. Großartig.

IFALUG: Und wie könnte Porsche von dieser Übernahme profitieren?

CP: Bobby-Car hat ein extrem fortschrittliches, alternatives Antriebskonzept. Genau aber diese Kompetenz wird zukünftig über den Erfolg am Markt entscheiden. General Motors, Chrysler usw. sind ja gerade deswegen gescheitert, weil sie weiterhin völlig veralteten Antriebstechnologien festgehalten haben. Insofern profitiert Porsche durch die Übernahme unmittelbar und muss wesentlich weniger Geld in den Umbau der Motorentechnik investieren.

IFALUG: Sie halten die Übernahmepläne also für sinnvoll?

CP: Sowieso. Ich kann allen nur empfehlen: Kaufen Sie jetzt Aktien von Porsche!